Metabolismus

Tesamorelin

Tesamorelin wird in Forschungsprotokollen mit 2 mg täglich abends subkutan dosiert (Woche 1 als Einstieg mit 1 mg), über einen Zyklus von 12–26 Wochen. Ein 10-mg-Vial wird mit 3,0 ml bakteriostatischem Wasser rekonstituiert (3,33 mg/ml).

Zuletzt geprüft: 13.07.2026täglich abends <strong>subkutan</strong>Zyklus: 12–26 Wochen, unter medizinischer Begleitung bis 52 Wochen.
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Auf einen Blick

Tesamorelin ist ein synthetisches 44-Aminosäuren-Analogon des Growth-Hormone-Releasing-Hormons (GHRH). In der klinischen und präklinischen Forschung wird es auf seine Wirkung auf die körpereigene Wachstumshormon-Ausschüttung, den IGF-1-Spiegel und den Abbau von viszeralem Bauchfett untersucht. Zugelassen ist es zur Reduktion viszeraler Fettmasse bei HIV-assoziierter Lipodystrophie.

KlasseSynthetisches 44-AS-GHRH-Analogon
HerkunftGHRH(1–44)-Sequenz, stabilisiert
GabeTäglich abends subkutan
Standard-Dosis2 mg / Tag (Start 1 mg)
Zyklus12–26 Wochen (bis 52 unter Kontrolle)
StatusNur für Forschungszwecke (zugelassen für spezifische Indikationen)

Rekonstitution & Titration

Werte je Vial-Größe. Die Dosis bleibt gleich — nur die abzulesenden Spritzen-Einheiten ändern sich mit der Konzentration.

10 mg Vial

3,33 mg/ml

3 ml BAC-Wasser · ≈ 33,3 µg / Einheit (U-100)

ZeitraumDosisEinheiten
Woche 11 mg30 U (0,30 ml)
Woche 2–12+2 mg60 U (0,60 ml)
Rekonstitution — Schritt für Schritt
  1. 3,0 ml bakteriostatisches Wasser mit steriler Spritze aufziehen.
  2. Langsam an der Vial-Wand einlaufen lassen — kein Schäumen.
  3. Sanft schwenken oder rollen, bis alles gelöst ist (nicht schütteln).
  4. Beschriften und bei 2–8 °C lichtgeschützt kühlen.
  5. Nach dem Auflösen mit bakteriostatischem Wasser innerhalb von ca. 7 Tagen verwenden.

Benötigtes Material

Richtwerte (Supplies), um einen Zyklus vollständig durchzuplanen.

DauerVialsSpritzenBAC-WasserTupfer
8 Wochen≈ 11 Vials (10 mg)56 Insulinspritzen4 Fläschchen (je 10 ml)112 Alkoholtupfer
12 Wochen≈ 17 Vials (10 mg)84 Insulinspritzen6 Fläschchen168 Alkoholtupfer
16 Wochen≈ 22 Vials (10 mg)112 Insulinspritzen7 Fläschchen224 Alkoholtupfer

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Protokoll-Überblick

Ziel

Untersuchung von viszeraler Fettreduktion und GH/IGF-1-Modulation auf Basis klinischer und präklinischer Evidenz.

Dosis-Bereich

2 mg täglich, mit 1 mg in Woche 1 als Einstieg.

Gabe

täglich abends subkutan

Zyklus

12–26 Wochen, unter medizinischer Begleitung bis 52 Wochen.

Wie es wirkt

Mechanismus

Tesamorelin bildet das körpereigene GHRH nach und bindet an die GHRH-Rezeptoren der Hirnanhangsdrüse. Dadurch wird die pulsatile Ausschüttung von Wachstumshormon angeregt und in der Folge der IGF-1-Spiegel angehoben. Diese Achse wird mit gesteigerter Lipolyse, Proteinsynthese und Stoffwechsel-Effekten in Verbindung gebracht. Im Gegensatz zu direkt zugeführtem Wachstumshormon bleibt die körpereigene Rückkopplung erhalten, sodass die Ausschüttung physiologisch getaktet bleibt. Kontrollierte Studien zeigen eine Reduktion des viszeralen Fettgewebes; Effekte auf Leberfett und kognitive Funktion werden erforscht.

Lagerung & Handhabung

Lagerung
  • Lyophilisiert bei −20 °C, trocken und dunkel lagern.
  • Nach dem Auflösen bei 2–8 °C kühlen; wiederholtes Einfrieren/Auftauen vermeiden.
  • Vial vor dem Öffnen auf Raumtemperatur bringen, um Kondensation zu vermeiden.
Wichtige Hinweise
  • Für jede Injektion eine neue sterile Insulinspritze verwenden und im Sharps-Container entsorgen.
  • Einstichstellen rotieren (Bauch, Oberschenkel, Oberarme), um lokale Reizungen zu reduzieren.
  • Abendliche Gabe bevorzugen, um sich an die natürliche nächtliche GH-Ausschüttung anzulehnen.
  • Blutzucker-/HbA1c-Marker im Blick behalten, da die GH/IGF-1-Achse den Glukosestoffwechsel beeinflussen kann.
  • Der zugelassene Einsatz beschränkt sich auf HIV-assoziierte Lipodystrophie; jede weitere Nutzung ist experimentell und gehört in qualifizierte ärztliche Hand.

Klinischer Nutzen & Nebenwirkungen

Nutzen
  • Reduziert in kontrollierten Studien viszerales Bauchfett messbar (nach ca. 3–6 Monaten).
  • Wird mit verbesserten Blutfettwerten und einer möglichen Verringerung von Leberfett (NAFLD) in Verbindung gebracht.
  • Untersuchungen deuten auf mögliche Effekte auf die kognitive Funktion bei älteren Erwachsenen hin.
  • In Studien über bis zu 52 Wochen als gut verträglich mit anhaltenden Effekten beschrieben.
Grenzen
  • Reaktionen an der Einstichstelle (Rötung, Juckreiz, Schmerz, Bluterguss).
  • Muskel- und Gelenkbeschwerden, Gliederschmerzen sowie periphere Wassereinlagerungen (Ödeme).
  • Karpaltunnel-artige Symptome (Kribbeln/Taubheit in den Extremitäten).
  • Anstieg der Blutzucker-Marker möglich (leichte HbA1c-Erhöhung) — metabolisches Monitoring sinnvoll.
  • Nicht bei aktiver Krebserkrankung, in der Schwangerschaft oder bei Überempfindlichkeit gegen Tesamorelin/Mannitol.

Lifestyle-Faktoren

Begleitende Faktoren
  • Eiweißbetonte, ausgewogene Ernährung unterstützt die anabolen GH/IGF-1-Effekte.
  • Kraft- und Ausdauertraining kombinieren, um den Fettabbau zu begünstigen.
  • 7–9 Stunden erholsamer Schlaf fördern die natürliche, nächtliche GH-Pulsatilität.
  • Stress über Entspannungs- und Achtsamkeitsroutinen regulieren.
Person, die gesunde Lebensgewohnheiten lebt

Injektions-Technik

Subkutan

Stopfen und Haut mit Alkohol reinigen und trocknen lassen. Hautfalte greifen, Nadel im 45–90°-Winkel ins Unterhautgewebe einführen. Bei subkutaner Gabe nicht aspirieren; langsam und gleichmäßig injizieren. Einstichstellen systematisch rotieren (Bauch, Oberschenkel, Oberarme).

Häufige Kombinationen

Stack

MOTS-c

Mitochondrialer Metabolismus-Fokus, ergänzend zur Körperkomposition.

Zu MOTS-c

Partner-Empfehlung: BIONIX Research ist ein Partner von LEVION. LEVION verkauft selbst nichts.

Häufige Fragen

Die Antworten, die du suchst — ohne Umschweife. Evidenzbasiert, wo die Forschung klar ist. Praxisnah, wo sie schweigt.

Wie wird Tesamorelin dosiert?
In Protokollen 2 mg einmal täglich subkutan, bevorzugt abends. Woche 1 startet mit 1 mg als Einstieg, ab Woche 2 folgt die Standarddosis von 2 mg.
Wie wird Tesamorelin rekonstituiert?
Ein 10-mg-Vial wird mit 3,0 ml bakteriostatischem Wasser gelöst — das ergibt 3,33 mg/ml, also ≈ 33,3 µg pro U-100-Einheit. 2 mg entsprechen 60 Einheiten (0,60 ml).
Wie lange dauert ein Tesamorelin-Zyklus?
Typisch 12–26 Wochen; unter medizinischer Begleitung sind in Studien bis zu 52 Wochen dokumentiert.
Ist Tesamorelin zugelassen?
Nur eingeschränkt: Tesamorelin ist zur Reduktion viszeraler Fettmasse bei HIV-assoziierter Lipodystrophie zugelassen. Jede andere Anwendung gilt als experimentelle Forschung.
Warum wird Tesamorelin abends injiziert?
Die abendliche Gabe lehnt sich an die natürliche nächtliche Wachstumshormon-Ausschüttung an, die überwiegend im Tiefschlaf erfolgt.

Woher diese Zahlen kommen.

Alles, was wir als konkrete Größe nennen, hat eine Quelle. Hier ist, woher die Zahlen auf dieser Seite stammen — und wo die Lücke zwischen Studie und Coaching-Erfahrung liegt.

FDA-Label

MedlinePlus (U.S. National Library of Medicine) — Tesamorelin-Injektion, Anwendung & Dosierung.

Pivotal-Trial

Falutz J. et al., New England Journal of Medicine 2007 — Tesamorelin & viszerales Bauchfett (Zulassungsstudie).

Phase III

Falutz J. et al., J. Clin. Endocrinol. Metab. 2010 — gepoolte Analyse zweier Phase-3-Studien (HIV-Lipodystrophie).

Stoffwechsel

Stanley T.L. et al., PLoS ONE 2017 — Sicherheit & metabolische Effekte bei Typ-2-Diabetes (RCT).

Leber/Sicherheit

LiverTox, NIH/NIDDK 2018 — Sicherheitsprofil & hepatische Verträglichkeit.

Fachinfo

Mayo Clinic — Tesamorelin (subkutane Route), Wirkstoff-Information.

Monographie

Drugs.com — Tesamorelin: Anwendung, Dosierung, Nebenwirkungen, Warnhinweise.

Injektion

Johns Hopkins Arthritis Center — subkutane Injektion (Anleitung).

Injektion · WHO

WHO — Leitlinie Sicherheitsspritzen (IM/ID/SC), 2016.

Injektion · CDC

CDC — subkutane Applikation (Winkel/Stelle, keine Aspiration).

Route

PMC — pharmakologische Aspekte der subkutanen Route.

Tesamorelin ist außerhalb der Zulassung für HIV-assoziierte Lipodystrophie eine nicht zugelassene Forschungschemikalie. Die Angaben dienen ausschließlich Informations- und Forschungszwecken, sind keine zugelassene Fachinformation und kein medizinischer Rat. Kein Heilversprechen.